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Geschrieben von Redaktion

Wie werdet Ihr fit für Eure Reise? Welche Impfung für welches Land?

Kleiner Pieks – große Wirkung! Wer sich blindlinks in das Abenteuer „Urlaub“ stützt, der kann damit auch ganz schön auf die Klappe fallen – gesundheitlich gesehen. Wenn Ihr schon einmal eine Reise in ein tropisches Land unternommen habt, wisst Ihr, dass es unbedingt ratsam ist, sich zuvor gründlich zu informieren, ob für das Urlaubsziel der Wahl spezielle Gesundheitsvorkehrungen, wie Impfungen, empfohlen werden. Auch das Thema frühzeitige Planung spielt in diesem Zusammenhang eine sehr wichtige Rolle. Wir erklären Euch, was Ihr bei Reiseimpfungen unbedingt beachten, welche Standard-Impfungen Ihr für Euren Urlaub kennen solltet und wo Ihr detailliertere Informationen bekommen könnt.

Eure Reise: Planung ist alles

Ganz pauschal lässt sich für nahezu jeden Urlaub sagen, dass Ihr Euch rechtzeitig (bis zu einem halben Jahr und mindestens sechs Wochen vor Eurer Reise) informieren solltet, ob eine Impfung für Eurer Urlaubsziel empfohlen wird. Einige Impfungen brauchen nämlich eine gewisse Zeit, bis sie vollständig wirken. Andere müssen wiederum mehrmals injiziert werden, damit sie Euch vor Krankheiten schützen können.

Ganz detaillierte Auskünfte mit allen Gesundheitsthemen zu Eurem Reiseziel findet Ihr auf der Webseite des Auswärtigen Amtes. Zu jedem Land werden hier medizinische Hinweise gegeben, welche Erkrankungen hier auftreten können, und wie Ihr Euch davor schützen könnt.

Mit diesem Wissen ist es auf jeden Fall auch empfehlenswert, Euren Hausarzt oder sogar einen speziell ausgebildeten Tropenarzt aufzusuchen. Er kann Euch genau sagen, zu welchem Zeitpunkt Ihr Euch impfen solltet und kontrolliert ebenfalls in Eurem Impfpass, ob eventuell schon ein Impfschutz vorliegt.

Außerdem wichtig: nicht jede Erkrankung kann mit einer Impfung vorgebeugt werden. Sprecht Euren behandelnden Arzt daher auf jeden Fall darauf an, ob Ihr Euch durch andere Medikamente ebenfalls schützen könnt.

Rund um die Welt: Die Standard-Reiseimpfungen

Nicht für jedes Reiseziel ist eine Impfung notwendig und nicht jede Impfung wird auch wirklich von Tropenärzten für Urlauber empfohlen. Um Euch einen kleinen Überblick zu verschaffen, haben wir mal die Standard-Reiseimpfungen für die Regionen Südostasien, Mittel- und Südamerika sowie Afrika zusammengefasst.

Wir erläutern Euch darüber hinaus, für wen sich die Impfung eignet und wie genau die Verabreichung abläuft.

Hepatitis A+B (Asien / Mittel- und Südamerika / Afrika)

Es handelt sich um eine Leberinfektion, die oftmals durch verdorbene Lebensmittel hervorgerufen wird. Die Erkrankung kann zu weiteren Infektionen wie Gelbsucht oder einen Leberschaden führen.

  • Wer braucht’s: Vor allem für Backpacker ist diese Impfung empfehlenswert, da sie sich unter zahlreiche Menschen mischen beispielsweise bei der Fahrt in öffentlichen Verkehrsmitteln.
  • Wie funktioniert’s: Hepatitis A wird mithilfe von zwei Injektionen verabreicht. Diese sollten in einem Abstand von sechs bis zwölf Monaten erfolgen. Hepatitis B besteht ebenfalls aus zwei Injektionen, die mindestens ein halbes Jahr auseinander liegen sollten.

Gelbfieber (Mittel- und Südamerika / Afrika)

Gelbfieber wird über Moskitos und Stechmücken übertragen und kann relativ häufig vorkommen. Zu den Symptomen zählt starkes Fieber. Auch andere Organe können angegriffen werden.

  • Wer braucht’s: In zahlreichen Gelbfieber-Gebieten müssen Einreisende nachweisen, dass die geimpft sind.
  • Wie funktioniert’s: Der lebenslange Schutz wird über eine Injektion verabreicht.

Typhus (Südostasien / Südamerika / Afrika)

Typhus ist eine Infektion, die aufgrund von verunreinigtem Wasser oder unreinen Lebensmitteln hervorgerufen werden kann. Zu den typischen Symptomen zählen unter anderem Fieber, Bauchschmerzen und Durchfall.

  • Wie funktioniert’s: Ihr bekommt eine Injektion, die für drei Jahre hält.

Tollwut (weltweit / hauptsächlich Entwicklungsländer)

Tollwut wird von Tieren auf den Menschen über Speichel übertragen und endet tödlich. Die Virusinfektion kann verschiedene Symptome hervorrufen. In der ersten Stufe können Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen oder Durchfall und Fieber auftreten. Im zweiten Stadium kann es zur Phobie vor Wasser und vor dem Schlucken kommen. Agressionen und Depressionen sind ebenfalls typisch. Im letzten Stadium kommt es immer wieder zu Lähmungserscheinungen bis der Betroffene schließlich ins Koma fällt und an Atemlähmung stirbt.

  • Wie funktioniert’s: Die Impfung besteht aus drei Teilinjektionen. Zwischen der Ersten und der Zweiten soll eine Woche liegen und die Zweite und Dritte trennen vier Wochen. Der Impfschutz hält dann zwei bis fünf Jahre.

Tetanus (weltweit)

Es handelt sich um ein Bakterium des sogenannten Wundstarrkrampfes, das durch Verschmutzungen von Wunden entstehen kann. Betroffene klagen über Krämpfe, starkes Schwitzen oder Kreislaufbeschwerden.

  • Wer braucht’s: Eigentlich jeder, denn auch in Deutschland kann man sich mit Tetanus infizieren.
  • Wie funktioniert’s:  Die Impfung besteht aus 3 Injektionen. Nach der Ersten erfolgt die Zweite nach vier bis acht Wochen. Die Dritte sollte dann nach sechs bis zwölf Monaten erfolgen.

Japanische Encephalitis (Südostasien)

Die japanische Encephalitis kann durch Stechmücken übertragen werden und wird oftmals nicht direkt erkannt, da Betroffene die Symptome nicht erkennen. Das Gefährliche: je nach Verlauf kann sich daraus eine Hirnhautentzündung entwickeln.

  • Wer braucht’s: Wenn Ihr nur eine Kurzreise unternehmen wollt, ist eine Impfung nicht notwendig. Allerdings wird dazu geraten, falls Reisende sich länger in der Region aufhalten.
  • Wie funktioniert’s: Zwei Injektionen werden im Abstand von drei bis vier Wochen verabreicht. Damit seid Ihr für ein bis zwei Jahre geschützt.

 

Krankheiten, für die es keine Impfung gibt

Gegen manche Reiseerkrankungen gibt es zwar Impfungen, allerdings eignen sich diese nicht unbedingt für Urlauber, die sich nur für einige Wochen in dem Land aufhalten, sondern sind vielleicht eher für Menschen geeignet, die für längere Zeit in einem Land verweilen möchten.

Für andere Krankheiten wiederum gibt es überhaupt keine Impfungen. Hier geben wir Euch einen kurzen Überblick, auf welche Krankheiten das zutrifft. Hierzu zählen unter anderem Cholera, Malaria und Dengue Fieber.[/col][/row]

Welche Kosten werden von der Krankenkasse übernommen?    

Impfungen sind immer mit Kosten verbunden. Doch welche Impfung wird von der Krankenkasse übernommen und welche nicht? Diese Frage ist nicht so einfach zu beantworten, da jede Krankenkasse anders mit dem Thema Kostenübernahme umgeht. Im Normalfall zahlen die meisten Krankenkassen die Kosten der Impfungen, die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen werden, komplett oder zumindest teilweise.

Unser Tipp

Erkrankungen vorbeugen: Was könnt Ihr sonst noch tun?

Zahlreiche Kniffe können Euch zusätzlich helfen, Infektionen im Urlaub zu verhindern. Vor allem das Thema Hygiene vor Ort ist hierbei zu erwähnen. So gibt es ein paar einfache Regeln, die Ihr einhalten solltet, um Euch zu schützen.

  1. Hygiene:
    Sollte selbsterklärend sein, wir sagen es aber trotzdem nochmal: konsequent nach jedem Toilettengang und vor jeder Mahlzeit gründlich die Hände waschen.
  2. Erhitze, schäle, koche oder lass es liegen:
    Lebensmittel wie Fleisch, Fisch, rohe Eier und Eis sind immer mit Vorsicht zu genießen. Nur nach dem Leitspruch „Heat it, peal it, boil or leave it“ genießen.
  3. Sauberes Wasser:
    Gebt darauf acht, immer sauberes Wasser zu Euch zu nehmen. Schaut also, dass die Flaschen, bevor Ihr trinkt, versiegelt waren. Wenn es nicht möglich ist, dann solltet Ihr es vor dem Verzehr sprudelnd aufkochen und filtern. Auch auf Eiswürfel solltet Ihr lieber verzichten.

Unterschätzt die Symptome nicht

Trotz aller Vorsorge kann es in einigen Fällen auch vorkommen, dass Ihr Euch doch eine tropische Krankheit einfangt. Hier ist es wichtig, zu wissen, dass die Symptome oftmals erst Tage oder Wochen nach dem Urlaub auftreten können. Da sie sehr stark Grippevorboten ähneln, werden sie von Betroffenen nicht selten stark unterschätzt. Fühlt Ihr Euch also nach Eurer Reise unwohl und Ihr habt das Gefühl, dass Ihr krank werdet, nehmt diese Anzeichen nicht auf die leichte Schulter. Ein Besuch bei Eurem Hausarzt lässt Euch schnell erfahren, ob es sich „nur“ um eine Grippe oder Magen-Darm-Erkrankung handelt.

 

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